Reingehört: So Much Hope, Buried – „Desert Child“

Die brandneue Melodic Hardcore Band So Much Hope, Buried (SMH,B) veröffentlichte Anfang des Monats ihren bisher zweiten Song: „Desert Child“.

Die sanfte, nur leicht verzerrte Melodie aus Andrew Blanks‘ Gitarre und der
melancholisch prasselnde Regen im Spotify-Video vermitteln eine derpimierende Stimmung. Das dumpfe, etwas hohl klingende Schlagzeug passt perfekt ins Bild. Spätestens durch die verzweifelten, halb gesprochenen, halb geschrienen Vocals des Shouters Bart James fühle ich es auch auf meinen eigenen Kopf regnen. Die aufgebaute Bedrückung fällt im Refrain schließlich komplett von mir ab. Ein Gefühl der Erleichterung macht sich in meinem Bauch breit, als Derek Nowaks klarer Gesang durch die Kopfhörer in meine Seele fließt.

Sound:

Dafür, dass SMH,B sich mit „Desert Child“ erst zum zweiten Mal der Öffentlichkeit präsentieren, ist ihr Wiedererkennungswert immens. Die komplexen, stetig wechselnden Schlagzeug Rhythmen geben dem Song einen Prog-Hardcore-Vibe, ähnlich dem von A Lot Like Birds und eine Interessante Textur. So können die Gitarren- und Vocal-Elemente eher simpel gehalten sein, ohne langweilig zu wirken. Auch die leidlich gesprochenen Screams geben dem Song seinen ganz eigenen Charakter.

So Much Hope, Buried // Foto: Facebook

Struktur:

In nicht einmal vier Minuten schafft es die Band, erstaunlich viele Parts unterzubringen. Das verleiht dem Song eine Abwechslung, die man im Hardcore selten findet. Vor allem das komplexe Schlagzeug spielt eine große Rolle dabei, die Übergänge nahtlos zu gestalten. Leider funktioniert das nicht immer. Der Song wirkt durch seine vielen Bausteine auch ein wenig vollgestopft. Ich persönlich hätte mir gewünscht, die ein oder andere Bridge um 20 bis 30 Sekunden zu verlängern.

Fazit:

„Desert Child“ ist ein eindrucksvolles Stück Emo-Hardcore, mit dem SMH,B ihren eigenen Sound prägen. Der Song ist mit seinen vielen Parts auf so kurzer Zeit sehr ambitioniert. Auch wenn nicht jede Passage einwandfrei funktioniert, ist „Desert Child“ ein sehr solider Track. Die Emotion kommt rüber und das ist hier eindeutig das wichtigste. Der/die ein oder andere sollte sich hier in die eigene Emo-Zeit zurückversetzt fühlen.

Für das zweite Lied einer völlig neuen Künstlerkombo auf jeden Fall sehr beeindruckend. Ich persönlich bin sehr gespannt auf zukünftige Releases von So Much Hope, Buried.

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Herzkoma sagt:

    Immer auch schön, von dir zu hören. Du bist eben kompetent und was du bringst ist immer von der edlen Sorte, ist immer von gutem Geschmack genährt und bringt mich auf die goldene Spur der neuen und guten Musik.

    Mein Bruder etwa ist 6 Jahre jünger, aber hört nur die Musik seiner Zeit. Ich hingegen bin immer offen für Neues und Anderes, gebe allen Richtungen eine Chance und sehe die Musik als ein Abenteuer, das immer weiter geht und nie stehenbleiben darf.

    Inzwischen hör ich auch alte Sachen: Kennst du Uriah Heep? Hab eben „The Magicians Birthday“ von Amazon als Schallplatte erhalten. Das ist noch guter alter Rock, der keinen heute mehr aus dem Sessel reißt, aber mir gefällts.

    Ich wär doch borniert und kleingeistig, wenn ich mich nur auf eine Hörrichtung beschränken würde. Die ersten drei Metallica haben mich ja auch umgeworfen.

    Weiter so Felix, du bist auf der richtigen Spur 🙂

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  2. Henry sagt:

    As a matter of accuracy, Eric N. did not play drums on this track and was not involved with it’s recording. He joined the band after this song was released. The band is currently writing new music and you will hear him soon on future releases.

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    1. Felix Ferraris sagt:

      Hi there, thanks for correcting me on this! I used the Info I found on the band’s Facebook. Would you mind telling me who did play drums on this track? I’d love to give credit to the right person.

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  3. Herzkoma sagt:

    Jetzt hab ich mich natürlich auf das Schlagzeug eingehört, das richtig draufknallt wie dereinst Buddy Miles bei Santana oder Hendrix. Aber man kommt nicht um die Gitarre drumrum, ob akustisch oder E-Gitarre, denn die domiert den Song ebenfalls. Die Stimme ist etwas hell, gewöhnungsbedürfig, aber gut gesungen und geschrieen. Alles in allem nicht der Überflieger, aber mit Potential zu mehr. Immerhin mal wieder Mukke, die mein Herz berührt. Wo gräbst du nur diese genialen Neueinsteiger aus? Könnten groß werden, wenn sie dran bleiben.

    Ich danke dir 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Felix Ferraris sagt:

      Hey, danke für den Kommentar! 🙂

      Ich suche viel aktiv nach unbekannteren Bands. Im Subreddit r/PostHardcore gibt es einen Bot, der jede Woche eine Playlist mit den Top 25 geposteten Songs aufstellt. Da habe ich dieses Stück her.

      Ich finde auch, dass SMH,B echt riesiges Potential haben. Wie ja schon beschrieben: An der ein oder anderen Stelle merkt man ihnen die mangelnde Erfahrung ein wenig an, aber ich bin mir sicher, dass da noch richtig geile Sachen kommen werden.

      Die Gitarrenarbeit ist absolut nicht zu unterschätzen, aber meiner Meinung nach in diesem Song nicht besonders Dominant. In den ruhigeren Passagen trägt sie sehr stark zur Atmosphäre bei. Sobald dann aber die Vezerrung kommt, und mit dem Gain ja auch eigentlich Lautstärke, ist sie recht stark komprimiert, und rück in den Hintergrund. Für diesen Song finde ich das absolut passend, aber ich hoffe auch, da in Zukunft ein wenig mehr von zu hören.

      Sehr cool mal wieder von dir zu hören, jetzt wo ich aus der Versenkung wiederaufgetaucht bin!

      LG,
      Felix

      Gefällt 1 Person

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